Stephan Fischer | 01.11.2017

Oft unterschätzt − die Grippe

Ein Kratzen im Hals, eine sexy Stimme, eine tröpfelnde Nase – alles erste Anzeichen für eine Erkältung, einen grippalen Infekt oder eine Grippe. Oft meinen wir damit im täglichen Sprachgebrauch dasselbe. Zu Unrecht, denn eine Erkältung/ein grippaler Infekt verläuft meist harmlos, während man eine «echte» Grippe ernst nehmen sollte.

Grippe oder nur Erkältung?

Meist treten bei der Grippe und der Erkältung zu Beginn die gleichen Beschwerden auf: typischerweise Halsschmerzen, Schnupfen, Husten, Heiserkeit. Eine echte Grippe unterscheidet sich von der Erkältung durch ihren plötzlichen Beginn und die oft heftigeren Symptome (z. B. deutlich höheres Fieber). Da eine Grippe zu Komplikationen wie Hals-, Nasennebenhöhlen- und Mittelohrentzündungen oder gar zu einer Lungen- oder Herzmuskelentzündung führen kann, sollten Sie sie nicht unterschätzen. Suchen Sie einen Arzt auf, wenn sich die Symptome verschlimmern oder mehr als eine Woche anhalten. Eine Erkältung flacht rasch wieder ab und ist nach einigen Tagen meist wieder vorüber.

Für einen grippefreien Winter

Grippeviren verbreiten sich durch Niesen, Husten und Händedruck oder durch Kontakt mit Gegenständen, Türgriffen usw. Schützen Sie sich und Ihr Umfeld, indem Sie folgende Ratschläge beachten. Sie steigern so Ihre Chancen, ohne Grippe durch den Winter zu kommen.

  • Waschen Sie die Hände. Am besten mehrmals täglich mit Wasser und Seife.
  • Husten oder niesen Sie in ein Papiertaschentuch. Entsorgen Sie es im Abfalleimer und waschen Sie sich danach gründlich die Hände.
  • Husten oder niesen Sie in die Armbeuge. Dies ist Plan B, falls Sie kein Taschentuch zur Hand haben und auf jeden Fall hygienischer, als sich die Hände vor den Mund zu halten.
  • Bleiben Sie zu Hause. Wenn Sie Grippesymptome verspüren, bleiben Sie im Bett. So stecken Sie auch keine Arbeitskollegen an. Warten Sie mindestens einen Tag nach dem vollständigen Abklingen des Fiebers, ehe Sie wieder in den Alltag zurückkehren.
  • Lassen Sie sich impfen. Das ist die einfachste, wirksamste und kostengünstigste Vorbeugung, um sich vor einer Grippe zu schützen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt die vorsorgliche Grippeimpfung für Personen mit erhöhtem Komplikationsrisiko. Dazu gehören über 65-Jährige, Schwangere, frühgeborene Kinder bis zwei Jahre sowie Personen mit chronischen Erkrankungen. Bei ihnen übernimmt die Grundversicherung die Kosten, sofern die Franchise bereits erreicht ist.

 

Infos zum Autor

Stephan Fischer

Seit 2007 arbeite ich als Redaktor in der Unternehmenskommunikation von Visana. Seitdem verstehe ich endlich, wie unser komplexes Gesundheitswesen funktioniert – mehr oder weniger. Als vielseitig interessierten Sportler und Leichtathletiktrainer beschäftigen mich Themen wie Prävention, Sportverletzungen oder Regeneration natürlich hautnah. Aber auch Umweltthemen und Naturwissenschaften gehören zu meinen journalistischen Lieblingsmotiven.