Stephan Fischer | 01.06.2017

Sonnenbrandfrei durch den Sommer

Kommen Sie gerne braungebrannt aus den Sommerferien zurück, und geniessen Sie anschliessend die neidischen Blicke der Kolleginnen und Kollegen? Gut und recht, aber denken Sie stets daran: Jede Bräunung schädigt die Haut und lässt sie schneller altern. Darum: Bleich statt braun wäre gesünder für Ihre Haut.

Die UV-Strahlung macht‘s

Die Bräunung der Haut entsteht durch die UV-Strahlung. Sie regt die Melanozyten – spezielle Zellen in der Oberhaut – an, Melanin zu bilden. Dieser Hautfarbstoff schützt den Zellkern vor weiterer Strahlung. Allerdings geht jede Bräunung mit einer kleinen Hautschädigung einher. Darum sind Sonnenbrände unbedingt zu vermeiden. Sei es durch das Vermeiden direkter Sonneneinstrahlung, durch Eincremen oder durch das Tragen von UV-undurchlässiger Kleidung.

Mythen und Irrtümer

Wenn es um das Eincremen und Sonnenbaden geht, kursieren viele Mythen und Irrtümer. Wir räumen damit auf:

  • Bräune ist gesund, nur Sonnenbrand ist schädlich: Falsch, denn Bräune entsteht durch die langwelligen UV-A-Strahlen, die gleichzeitig für die vorzeitige Hautalterung und ein erhöhtes Hautkrebsrisiko verantwortlich sind.
     
  • Solariumbräune ist ungefährlich: Auch falsch. Jede Bräunung bedeutet eine Hautschädigung und erhöht das Krebsrisiko.
     
  • Selbstbräuner schützen die Haut: Nein. Die Bräune aus der Tube bietet keinen Schutz vor den Sonnenstrahlen, denn Selbstbräuner haben nur einen kosmetischen Effekt.
     
  • Wer braun ist, kann den Sonnenschutzfaktor reduzieren: Auch falsch, denn selbst bereits gebräunte Haut wird bei intensiver Strahleneinwirkung geschädigt. Vielleicht nicht gleich mit einem Sonnenbrand, aber mit vorzeitiger Hautalterung.
     
  • Im Schatten gibt es keinen Sonnenbrand: Total falsch, weil im Schatten noch bis zu 90 Prozent der Strahlung ankommen können.
     
  • Nachcremen verlängert die Schutzzeit: Falsch, weil die Eigenschutzzeit der Haut nur einmalig durch Sonnenschutzmittel verlängert wird. Trotzdem macht Nachcremen Sinn, um die Schutzschicht zu erneuern, besonders nach dem Baden.
     
  • Letztjährige Sonnencreme wirkt nicht mehr. Nicht völlig falsch. Eine Sonnencreme, die ein Jahr lang offen war, schützt wahrscheinlich nicht mehr ausreichend.
     
  • Wasserfeste Sonnencreme muss man nach dem Baden nicht erneuern. Leider nein. «Wasserfeste Sonnencreme» ist nicht absolut wasserfest. Sie dürfen von den Herstellern so bezeichnet werden, wenn sie nach einer bestimmten Zeit im Wasser zumindest noch teilweise schützen.
     
  • Kleider schützen vor Sonne: Jein. Zwar schützen Kleider, aber gerade nasser Stoff verliert seine Schutzwirkung. Die speziellen Shirts für Wassersportler schützen die Haut.
     
  • Im Wasser ist man sicher vor UV-Strahlung: Leider nicht. Sonnenstrahlen werden durch die Wasseroberfläche verstärkt und wirken im Wasser noch stärker, und zwar bis zu einem halben Meter Tiefe.

Infos zum Autor

Stephan Fischer

Seit 2007 arbeite ich als Redaktor in der Unternehmenskommunikation von Visana. Seitdem verstehe ich endlich, wie unser komplexes Gesundheitswesen funktioniert – mehr oder weniger. Als vielseitig interessierten Sportler und Leichtathletiktrainer beschäftigen mich Themen wie Prävention, Sportverletzungen oder Regeneration natürlich hautnah. Aber auch Umweltthemen und Naturwissenschaften gehören zu meinen journalistischen Lieblingsmotiven.