Stephan Fischer | 03.04.2018

Blöde Viecher, diese Zecken

Sie sehen hässlich aus, sie krabbeln klammheimlich dorthin, wo es feucht und dunkel ist, und saugen wie Vampire tagelang Blut. Und im schlechtesten Fall infizieren sie uns noch mit einer Krankheit. Zecken sind unscheinbar, lästig und können unsere Gesundheit gefährden. Und es gibt sie fast überall in der Schweiz.

Zecken lassen sich abstreifen

Die Zecke (auch als Holzbock bekannt) wartet im Unterholz, auf Gräsern und Farnen, in Büschen und im Gestrüpp. Dort streifen sie Tiere oder eben wir Menschen ab, wenn wir beim Wandern oder Joggen mit ihnen in Berührung kommen. Zecken lassen sich also nicht von oben fallen, wie man dies immer wieder hört. Sie halten sich bei Körperkontakt einfach an uns fest und suchen sich dann ein warmes, feuchtes Plätzchen.

Stechen, nicht beissen

Zecken ritzen die Haut auf, betäuben die Nerven, sodass wir den Stich nicht bemerken, und tun sich dann an unserem Blut gütlich. Übrigens: Zecken stechen, sie beissen nicht! Im Gegenzug zum Blut, das sie uns abknöpfen, lassen sie ihren Speichel zurück in unsere Blutbahnen fliessen. Und in diesem Speichel können Viren und Bakterien stecken (müssen aber nicht), die zu mehr als 50 Krankheiten führen können.

FSME und Borreliose

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Borreliose sind die zwei bekanntesten Krankheiten, die durch Zeckenstiche verursacht werden. FSME wird durch Viren ausgelöst und kann zu einer lebensbedrohenden Hirnhautentzündung führen. Es gibt eine wirksame Impfung dagegen. Eine Therapie gegen FSME gibt es nicht.

Borreliose wird durch Bakterien übertragen. Darum kann diese Krankheit im Gegensatz zu FSME mit einem Antibiotikum erfolgreich behandelt werden. Allerdings existiert keine Impfung gegen Borreliose.

Schutz gegen Zecken

  • Meiden Sie von März bis Oktober den Wald, Büsche und alle Orte, wo Zecken vorkommen. Das ist zwar am effektivsten, aber gerade für naturverbundene Zeitgenossen keine wirkliche Option. Wegen der Klimaerwärmung stossen Zecken in immer höhere Lagen vor (bis 2000 Meter).
  • Verwenden Sie einen Anti-Zecken-Spray.
  • Tragen Sie geschlossene Kleidung und Schuhe. Stülpen Sie die Socken über die Hosen.
  • Kontrollieren Sie zuhause die klassischen Zeckenbiss-Orte (Achselhöhlen, Leistengegend, Nabel, Nacken, Kniekehlen).
  • Entfernen Sie allfällige Zecken umgehend mit einer Pinzette: Tier möglichst nah der Haut greifen und senkrecht nach oben ziehen (nicht drehen, kein Öl oder sonstige Hausmittel verwenden). Beobachten Sie die Einstichstelle in den folgenden Tagen. Wenn sie sich rötet, suchen Sie umgehend einen Arzt auf.
  • Impfen Sie sich (gegen FSME). Die Grundversicherung übernimmt die Kosten (exklusive Franchise und Selbstbehalt).
  • Weitere Informationen dazu auf zeckenliga.ch

Infos zum Autor

Stephan Fischer

Seit 2007 arbeite ich als Redaktor in der Unternehmenskommunikation von Visana. Seitdem verstehe ich endlich, wie unser komplexes Gesundheitswesen funktioniert – mehr oder weniger. Als vielseitig interessierten Sportler und Leichtathletiktrainer beschäftigen mich Themen wie Prävention, Sportverletzungen oder Regeneration natürlich hautnah. Aber auch Umweltthemen und Naturwissenschaften gehören zu meinen journalistischen Lieblingsmotiven.