Stephan Fischer | 03.12.2018

Gute Nacht, allerseits!

Genügend Schlaf ist eine Wohltat für Körper und Geist. Leider ist dies keine Selbstverständlichkeit. Jeder Vierte soll in der Schweiz an Schlafstörungen leiden. Viele Gründe dafür sind jedoch hausgemacht und lassen sich eliminieren oder zumindest reduzieren. Dies ist sinnvoll, denn schlafen ist wichtig – lebenswichtig. Manchmal sogar überlebenswichtig.

«Tagesmüdigkeit ist ein Indikator für ein Schlafproblem», sagt der Schlafforscher Christian Cajochen. Wer also tagsüber müde ist, ohne zu wissen warum, und die Müdigkeit nicht bekämpfen kann, sollte dies ernst nehmen. Sporadische Einschlaf- oder Durchschlafschwierigkeiten seien noch nicht weiter schlimm. Wenn sie jedoch länger als zwei Monate andauerten, solle man den Hausarzt und gegebenenfalls den Spezialisten aufsuchen. Müdigkeit ist nicht nur ungesund, sie kann auch tödlich sein. Der Sekundenschlaf beim Autofahren lässt grüssen …

Wer gehört zum Mittelmass?

Wie lange schlaft ihr durchschnittlich pro Nacht? Kommt ihr auf sechs bis acht Stunden, die bei uns Erwachsenen als normal gelten? Oder orientiert ihr euch ans Schlafbedürfnis aus den Kindertagen zurück, wo zehn Stunden normal waren? Das ist sicher besser und gesünder als gewisse Manager und Politiker, die behaupten (in letzter Zeit jedoch immer seltener), mit drei oder vier Stunden Schlaf täglich auszukommen und trotzdem voll leistungsfähig zu sein. Ich habe da meine Zweifel.

Die Krux mit dem Einschlafen

Im Schlaf erholen wir uns, unser Körper regeneriert sich, wir tanken Energie für den nächsten Morgen etc. Das sind keine neuen Erkenntnisse – aber viele von uns blenden sie zwischendurch aus. Insbesondere das Träumen ist lebenswichtig für uns. Nur: Es ist gar nicht so einfach, immer genügend Bettruhe zu finden. Und wenn man es trotzdem einmal früh ins Bett schafft, dann bleibt da oft noch das Problem mit dem Einschlafen. Hierzu ein paar Tipps:

Top-5-Tipps für den gesunden Schlaf

  • Lasst den Stress vor der Schlafzimmertüre. Zugegeben, dies ist einfacher gesagt als getan, denn lange nicht alle Stressfaktoren lassen sich einfach so eliminieren. Aber für das störende Licht des Weckers, die zu hohe Temperatur (ideal sind etwa 18 Grad) oder die unbequeme Matratze gibt es rasche Abhilfe.
  • Finger weg von Handy, Tablet und Laptop, und zwar spätestens eine Stunde vor dem Zu-Bett-Gehen. Aktiviert zumindest den Blaulichtfilter (wo möglich), denn der Blaulichtanteil aus dem Display aktiviert das Gehirn und vermindert die Schlafqualität.
  • Wälzt euch nicht länger als 15 Minuten wach im Bett. Unter Druck («Es ist Zeit, ich muss jetzt unbedingt schlafen») und verärgert («So ein Mist, dass ich immer noch wach bin») schläft niemand ein. Steht besser nochmals auf, lest ein Buch, trinkt ein Glas warme Milch mit Honig und wartet, bis die Lider schwer werden.
  • Bewegt euch, aber seid zurückhaltend mit spätnächtlichen Trainings. Körperliche Betätigung am Tag (wenn möglich an der frischen Luft) macht bekanntlich müde. Wer jedoch bis spät nachts wie ein Spitzensportler trainiert, darf sich nicht wundern, dass der Körper Zeit benötigt, um wieder «herunterzufahren». Bei mir dauert es mindestens zweieinhalb Stunden.
  • Lasst Kaffee, Nikotin und schwere Mahlzeiten am Abend links liegen. Anregende Getränke und Zigaretten halten uns wach und mindern die Schlafqualität. Ebenso wie Alkohol. Schweres Essen kann zu Verdauungsproblemen führen, die auch nicht schlaffördernd sind.

Schlaftabletten

Von Schlaftabletten als letztem Mittel halte ich nicht viel. Kurzfristig können sie sicher Abhilfe schaffen und einen wieder einmal durchschlafen lassen. Für einen längeren Einsatz empfehle ich, unbedingt eine medizinische Fachperson beizuziehen. Schlaft gut!

Infos zum Autor

Stephan Fischer

Seit 2007 arbeite ich als Redaktor in der Unternehmenskommunikation von Visana. Seitdem verstehe ich endlich, wie unser komplexes Gesundheitswesen funktioniert – mehr oder weniger. Als vielseitig interessierten Sportler und Leichtathletiktrainer beschäftigen mich Themen wie Prävention, Sportverletzungen oder Regeneration natürlich hautnah. Aber auch Umweltthemen und Naturwissenschaften gehören zu meinen journalistischen Lieblingsmotiven.