Stephan Fischer | 01.02.2018

Kalt − na und? Sport bei Kälte

Kälte, Nässe und Dunkelheit sind kein wirklich guter Grund, die Joggingschuhe, die Walkingstöcke oder das Mountainbike monatelang in den Winterschlaf zu versetzen. Überwinden Sie sich, und bewegen Sie sich auch in der kalten Jahreszeit im Freien. Es lohnt sich.

Alles spricht dafür

Der wichtigste Grund, auch im Winter Sport zu treiben, ist eher banaler Natur: Ihre Form im Frühling wird besser sein als ohne oder mit wenig Training. Der zweite Grund: Sie sind gesünder, denn das dosierte Training an der frischen, kühlen Luft stärkt Ihr Immunsystem. Der dritte Grund: Sie fühlen sich glücklicher, weil Sie kein schlechtes Gewissen quält. Dies soll ja bei vielen gerade in den ersten Wochen des neuen Jahres der Fall sein. Mit jedem Training überwinden Sie zudem erfolgreich Ihren inneren Schweinehund, was eine zusätzliche Portion Glückseligkeit auslöst.

Mensch gegen inneren Schweinehund

Dieser innere Schweinehund ist ein mächtiger Kontrahent. Besonders dann, wenn draussen ein eisiger Wind um die Ecken pfeift und die gewohnte Bike- oder Laufstrecke mit Schnee und Matsch bedeckt ist, braucht es viel Überwindung. Es gibt aber ein paar Tricks, wie Sie Ihre Chancen auf einen Sieg gegen den inneren Schweinehund erhöhen können:

  • Packen Sie die Sportsachen am Vorabend und nehmen Sie sie zur Arbeit mit. So sind Sie jederzeit startklar.
  • Trainieren Sie mit Kollegen und vereinbaren Sie fixe Zeiten. Zusammen macht Sport noch mehr Spass, und der soziale Druck hilft, damit Sie nicht doch noch eine Ausrede finden.
  • Setzen Sie sich realistische Ziele. Jedes erreichte Ziel setzt Energie für weitere Trainings frei.
  • Trainieren Sie mit Musik. Heisse oder rockige Rhythmen sind für viele ein hervorragender Motivator.
  • Belohnen Sie sich nach dem Training. Mit was auch immer.

Tipps fürs Training bei Kälte

Grundsätzlich ist Sport für Gesunde und normal Trainierte bis etwa minus 10 Grad kein Problem. Langläufer müssen sogar bis minus 20 Grad ran. Erst dann werden Weltcuprennen abgesagt, weil negative Folgen für die Gesundheit zu befürchten sind. Bei uns herrschen zum Glück nur sehr selten arktische Verhältnisse. Reduzieren Sie bei Minusgraden einfach Ihr gewohntes Tempo ein wenig, sodass Sie noch durch die Nase atmen können, und beherzigen Sie folgende Tipps:

  • Anziehen I: Funktionsunterwäsche (keine Baumwolle), ein wärmender Pulli und ein Windstopper (atmungsaktive Jacke) gemäss dem bekannten Zwiebelprinzip. Dazu lange Hosen.
  • Anziehen II: Handschuhe, Stirnband, Kappe oder Schal je nach Temperatur und persönlichem Gusto. Da der Kopf viel Wärme abgibt, ist eine Kopfbedeckung im Winter eigentlich ein Muss. Thermosohlen und Überschuhe (Biken) schützen zusätzlich gegen Kälte. Reflektierende Kleiderteile erhöhen die Sichtbarkeit bei Dunkelheit.
  • Aufwärmen: zuhause auf dem Ergometer oder mit leichter Gymnastik. Beim Joggen nicht gleich mit Vollspeed losrennen, sondern gemütlich einlaufen, bis die Muskeln auf Betriebstemperatur sind.
  • Atmen: möglichst durch die Nase, damit die kalte Luft erwärmt und befeuchtet wird, ehe sie in die Lunge gelangt. Bei der Mundatmung trocknen die Schleimhäute stärker und schneller aus. Wer nicht durch die Nase atmen kann: Tempo drosseln!
  • Umziehen: Nach dem Training die durchschwitzen Kleider sofort wechseln. Besser ein paar Sekunden in der Kälte dampfen als nachher verschwitzt im Auto heimfahren. Trinken Sie genug.
  • Dehnen: erst im Warmen.
     

 

Infos zum Autor

Stephan Fischer

Seit 2007 arbeite ich als Redaktor in der Unternehmenskommunikation von Visana. Seitdem verstehe ich endlich, wie unser komplexes Gesundheitswesen funktioniert – mehr oder weniger. Als vielseitig interessierten Sportler und Leichtathletiktrainer beschäftigen mich Themen wie Prävention, Sportverletzungen oder Regeneration natürlich hautnah. Aber auch Umweltthemen und Naturwissenschaften gehören zu meinen journalistischen Lieblingsmotiven.