Stephan Fischer | 30.10.2018

Wenn Gluten den Darm schädigen

Zöliakie – oder Glutenunverträglichkeit – ist erst in den letzten Jahren bekannter geworden. Oft wird die Krankheit nicht festgestellt, was unangenehm für die Betroffenen sein kann. Wer darunter leidet, muss seine Ernährung radikal umstellen. Dann verschwinden die allermeisten Symptome auch wieder.

Leidet ihr an Durchfall? Müsst ihr übermässig oft erbrechen? Seid ihr regelmässig verstopft? Plagen euch Blähungen? Und habt ihr immer wieder Bauchschmerzen?

Solche Symptome kommen nicht selten vor. Man experimentiert dann mit Medikamenten, stellt seine Lebensweise auf den Kopf, nimmt bei der Nahrungsaufnahme Anpassungen vor – und doch wird es nicht besser. Möglicherweise leidet die betroffene Person an einer Unverträglichkeit des Dünndarms gegen Gluten – und hat es gar nicht realisiert. Lange Zeit ging man davon aus, dass nur eine von 1000 Person von Zöliakie betroffen ist. Neue Forschungen haben aber ergeben, dass es eher eine Häufigkeit von 1:300 bis 1:100 ist.

Gluten sind überall

Glutenunverträglichkeit ist zwar immer noch relativ unbekannt, aber seit einigen Jahren ist sie doch stärker in den Fokus geraten. Das liegt auch an prominenten Personen wie Tennisspieler Novak Djokovic, der seine Ernährung komplett umgestellt und darüber ausführlich berichtet hat. Seit er auf glutenhaltige Speisen verzichte, sagt der Serbe, fühle er sich viel besser. Für einen Profisportler wie Djokovic gehört ein eiserner Wille dazu, um seine Ziele zu erreichen. Für die meisten Menschen aber ist es nicht einfach, liebgewonnene Gewohnheiten aufzugeben. Und wenn man an Zöliakie leidet, muss man auf vieles verzichten. Denn Gluten ist ein Getreideeiweiss aus Roggen, Gerste, Weizen, Hafer und Dinkel – und findet sich, zum Beispiel, in Nudeln, Brot oder Energieriegeln.

Nicht prophylaktisch weglassen

Leidet ihr also an den eingangs erwähnten Symptomen, ist eine Untersuchung beim Arzt hilfreich, um abzuklären, ob eine Glutenallergie vorhanden ist. Starke Müdigkeit und eingeschränkte Leistungsfähigkeit gehören zum Unwohlfühlprogramm dazu, unter einer strikt glutenfreien Diät verschwinden die allermeisten Beschwerden jedoch wieder. Und mittlerweile gibt es speziell für glutenlose Essenaufnahme hergestellte Produkte in sämtlichen Essensbereichen, also auch bei Back- und Teigwaren. Sie sind auf der Verpackung entsprechend gekennzeichnet. Aber selbst wenn diese Art von Ernährung in gewissen Kreisen eine Modeerscheinung geworden ist, sind sich Experten einig: Gluten prophylaktisch wegzulassen ergibt keinen Sinn, weil es eine Einschränkung im Alltag bedeutet.

Infos zum Autor

Stephan Fischer

Seit 2007 arbeite ich als Redaktor in der Unternehmenskommunikation von Visana. Seitdem verstehe ich endlich, wie unser komplexes Gesundheitswesen funktioniert – mehr oder weniger. Als vielseitig interessierten Sportler und Leichtathletiktrainer beschäftigen mich Themen wie Prävention, Sportverletzungen oder Regeneration natürlich hautnah. Aber auch Umweltthemen und Naturwissenschaften gehören zu meinen journalistischen Lieblingsmotiven.