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Masern auf dem Vormarsch

Nadine Hirschi
Nadine Hirschi
Seit Jahresbeginn sind beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) knapp 100 Masernfälle eingegangen. Im Vergleich zum letzten Jahr ist das eine 6,5-fache Steigerung im gleichen Zeitraum.

Masern sind eine durch Viren übertragene Infektionskrankheit. Sie können in jedem Alter auftreten, betreffen aber in den meisten Fällen Kinder. Grundsätzlich verlaufen Masern in zwei Krankheitsphasen: Von der Ansteckung bis zum Ausbruch vergehen etwa eine bis zwei Wochen. Der erste Schub ist durch grippeähnliche Symptome gekennzeichnet, erst einige Tage später tritt der typische Ausschlag auf. Danach steigt das Fieber oftmals nochmals an. Der Ausschlag breitet sich von den Ohren zum Hals und dann über das ganze Gesicht aus. Innerhalb von zwei Tagen erreicht er Rumpf, Arme und Beine. Das Ekzem hält knapp eine Woche an und die Erkrankung heilt in unkomplizierten Fällen rasch ab. Jedoch sind Masern nicht immer harmlos und können vereinzelt zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie Lungenentzündung (1 bis 6 Prozent der Fälle) oder Hirnhautentzündungen (0,1 Prozent) führen.

Masern gehören zu den ansteckendsten Krankheiten

Masern sind hochansteckend. Sie werden durch Tröpfcheninfektion übertragen und gelangen beim Niesen, Husten oder Sprechen in den Raum. Auch eine Ansteckung durch direkten Kontakt mit Körpersekreten des Erkrankten ist möglich. Eltern sollten sich darum informieren, ob in den Kindertagesstätten oder in den Schulen Fälle von Masernausbrüchen bekannt sind. Gleichzeitig wird empfohlen, Kinder mit einer Impfung vor einer möglichen Ansteckung zu schützen. Für einen lebenslangen Schutz erfolgt die Impfung in zwei Dosen: Die erste Dosis wird im Alter von neun Monaten, die zweite mit zwölf Monaten verabreicht. Eine Nachholimpfung ist in jedem Alter möglich und wird allen nach 1963 geborenen Personen empfohlen, die als Kind keine oder nur eine Dosis erhalten haben.

Vorsicht bei Flugreisen

Masernfälle treten im Ausland, vor allem in Entwicklungsländern, gehäuft auf. Da in gewissen Ländern eine erhöhte Ansteckungsgefahr besteht, sollte man sich vor der Reise informieren und die Impfung allenfalls auffrischen.

Auf dem Weg zu einer neuen Epidemie?

Seit Jahresbeginn sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) rund 100 Masernfälle gemeldet worden. Im Vergleich zum letzten Jahr ist das eine 6,5-fache Steigerung. Um die Masern in der Schweiz zu eliminieren, müssen mindestens 95 Prozent der Kinder und alle nach 1963 geborenen Erwachsenen mit zwei Dosen geimpft werden. Die letzte grosse Epidemie brach 1997 aus, wobei es zu 6400 Erkrankungen kam, während im Jahr 2007 zum letzten Mal über 1000 Fälle aufgetreten sind.

Seid ihr schon gegen Masern geimpft? Ein Blick ins Impfbüchlein gibt Aufschluss.

1 Kommentar
Anna Röthlisberger 09.06.2019, 14:16

Wenn Sie die beschriebenen Symptome haben, gehen Sie zum Arzt.

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