Melanie Schmid / 03.04.2019

Wetterfühligkeit: Föhn im Kopf, Bise in den Beinen

Wetterfühligkeit ist offiziell keine Krankheit. Trotzdem leiden viele Menschen bei Saisonwechsel unter Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen oder verminderter Leistungsfähigkeit. Woher kommt das und was kann man dagegen tun?

Die Sonne strahlt vom wolkenlosen Himmel, die Alpen wirken zum Greifen nah. Ein Tag wie aus dem Bilderbuch – wenn nur diese fiesen Kopfschmerzen nicht wären. Es fühlt sich an, als ob jemand mit einem kleinen Hammer an die Schläfe pocht. Das grelle Licht ist grauenvoll, man sehnt sich nach einem Bett im dunklen Zimmer. «Du spürst bestimmt den Föhn», wird dann ungefragt kommentiert. Mag ja sein, dass das Wetter den Sturm im Kopf verursacht. Bewiesen ist der Einfluss der Witterung auf unsere Gesundheit allerdings nicht. Nebst migräneartigen Kopfschmerzen leiden Betroffene auch unter Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Abgeschlagenheit. Andere wiederum haben schwere Beine und rheumatische Beschwerden. Kein Wunder, sind die Wartezimmer von Ärzten bei Föhn, Bise, Sturm oder extremen Kaltfronten gut gefüllt.

Wetterfühligkeit als Sturmwarnung?

Ärzte bezeichnen die Wetterfühligkeit als keine echte Krankheit. Vielmehr vermuten Wissenschaftler darin einen lebenserhaltenden Mechanismus, der unsere Vorfahren vor Sturm und anderen Wetterkapriolen gewarnt hat. Eine Art Schutzreflex für Mensch und Tier. Wetterfühlige sollen bereits Stunden bis sogar Tage zuvor den Wetterumschwung gespürt haben – und konnten sich so rechtzeitig in Sicherheit bringen. Was früher vielleicht überlebenswichtig war, ist heute nur noch lästig. Damit abfinden müssen sich Betroffene auf keinen Fall. Mit einfachen Methoden können sie der Wetterfühligkeit ein Schnippchen schlagen.

Zehn Tipps gegen Wetterfühligkeit

  1. Raus an die frische Luft: Spaziergänge bei Sonne, Wind und Regen helfen dem Körper sich an unterschiedliche Wettereinflüsse anzupassen.
  2. Ab in den Schwitzkasten: Häufiges Schwitzen in der Sauna stärkt das Immunsystem. Die kalte Dusche danach fördert die Durchblutung und regt den Stoffwechsel an.
  3. Wetterfühligkeits-Tagebuch führen: Aufschreiben, welche Symptome bei welchem Wetter auftreten.
  4. Gesund und ausgewogen essen: Leichte Mahlzeiten bevorzugen.
  5. Alkohol und Nikotin in Massen geniessen: Genussmittel wie Alkohol und Zigaretten beeinflussen das vegetative Nervensystem und können Kopfschmerzen und Müdigkeit verstärken.
  6. Bewusst entspannen: Manchen hilft eine ruhige Yogastunde, anderen tut ein heisses Bad mit Lavendel besonders gut. Badezusätze mit Lavendel wirken beruhigend und schlaffördernd.
  7. Frischer Ingwertee: Ingwer kann akute Kopfschmerzen lindern.
  8. Ausreichend Schlafen: Bei Unwohlsein ein Mittagsschläfchen machen.
  9. Sport treiben: Ausdauersportarten wie Joggen, Schwimmen oder Velofahren steigern das Wohlbefinden und härten den Körper ab.
  10. Wann zum Arzt? Falls die Symptome trotz allem nicht nachlassen, ab zum Arzt. Eine verschleppte Entzündung könnte dahinter stecken und das Immunsystem schwächen.

Über
Melanie Schmid

Ich arbeite seit 2016 als Redaktorin in der Unternehmenskommunikation von Visana. Als «Schreiberling» gefällt mir, dass ich immer wieder zu neuen Themen recherchieren und meine eigenen Interessen einbringen kann, wie etwa im Bereich gesunde Ernährung. Mir ist genügend Bewegung wichtig, sei es auf einer Joggingrunde im Wald oder in einer Pilateslektion. Immer in Bewegung bin ich auch auf unserer Erdkugel: Ich liebe es, neue Länder und Kulturen zu entdecken.

Kommentare Blog-Regeln'