Georges Althaus / 16.03.2022

Krankheit, Schmerz und Bewegung – Versöhnung eines Widerspruchs

Die Gesundheit und Bewegungsfreiheit unseres Körpers sind unsere höchsten Güter. Wenn wir aber eine Phase der Einschränkung durchleben und wir körperlich eingeschränkt sind, heisst das nicht, dass Bewegung und Sport nicht mehr möglich sind. Ganz im Gegenteil: dann erst recht. Aber mit Mass.

Ein gesunder Geist bedingt einen gesunden Körper - und umgekehrt - scheint gerade in den letzten Jahren noch an Wichtigkeit gewonnen zu haben: Sport, Fitness, Wellness, körperliche Leistungsfähigkeit sind das Credo der Stunde, beschert den vielen Studios und Fitnesscentren regen Zulauf und bringt tausende am Wochenende in die Berge und am morgen früh noch bettwarm in die Wälder zum Joggen und Walken.

Jetzt erst recht!

Dieser Blogbeitrag soll jenen Menschen, die unter einer Einschränkung ihrer körperlichen Bewegungsfreiheit leiden, Mut machen, sich sportlich zu betätigen. Dabei müssen nicht Grenzen überschritten und neue Rekorde aufgestellt werden. Es gilt die Devise: Weniger ist mehr, langsam vorankommen ist besser als schnell stehenbleiben.
 

«Was benutzt wird, entwickelt sich. Was ungenutzt bleibt, verkümmert.»
Hippokrates von Kós, griechischer Arzt (ca. 460 – 370 v. Chr.)

Es ist kompliziert

Über 200 Knochen und Knöchelchen, unzählige Muskeln, Gelenke, Bänder, Bandscheiben, Sehnen und Faszien ergeben den Bewegungs- und Stützapparat. All diese vielen Komponenten schaffen in einem sehr fein abgestimmten, komplexen Zusammenspiel unseren Körper und vor allem unsere Bewegungsmöglichkeiten. Und laufend werden diese Zubehörteile erneuert, geschmiert, repariert, auf- oder abgebaut. Da verwundert es nicht, dass hin und wieder ein Baustein vorübergehend den Dienst verweigert oder einfach nur ein wenig knarzt.

 

Beispiel Rückenschmerzen: zum Volksleiden Nummer eins geworden in den letzten Jahrzehnten durch ungesunde Haltung am Arbeitsplatz und das viele Herumsitzen im Auto oder vor dem TV. War hier früher die allgemeine Empfehlung, sich zu schonen, die körperliche Aktivität zu reduzieren und den Schmerz vorbeiziehen zu lassen, geht heute der Rat klar in Richtung herausfordernde Bewegung, natürlich soweit die Beschwerde dies zulässt: Gehen, Joggen, gezielte Rückenübungen und Belastung allgemeiner Art im Alltag helfen sehr effizient, Schmerzen und Verspannungen zu bekämpfen und aufzulösen.

 

Moderate Bewegung hilft

Mit dem sportlichen Einsatz sorgt man für Stressabbau, was wiederum für Entspannung und Lockerung im Problembereich sorgt: eins ergibt das andere, vom Teufels- zum Engelskreis. Hören Sie auf den Körper und steigern Sie die Aktivität nur langsam. Vermeiden Sie harte Impacts auf die Wirbelsäule und achten Sie auf dämpfendes Schuhwerk und weichen Untergrund.

Apropos Rücken:

auch bei Bandscheibenvorfällen kann ein langfristiges Training sehr gute Erfolge bringen. Nach einer allfälligen Operation können im Zusammenspiel mit einer konservativen Behandlung, Physiotherapie und eigenem beständigen Aufbautraining sehr gute Fortschritte erzielt und der Heilungsprozess verkürzt werden.

Osteoporose und Arthrose: langfristige Effekte durch Beharrlichkeit

Eine ganz anders gelagerte, Erkrankung des Bewegungsapparates ist die Osteoporose. Diese Stoffwechselkrankheit führt dazu, dass in unseren sich ständig erneuernden Knochen der Abbau den Wiederaufbau überwiegt und die Gesamtsubstanz nach und nach abnimmt. Betroffen sind zu einem grossen Teil Frauen nach der Menopause und ältere Menschen. Gerade bei der Osteoporose zeigt sich aber, wie wichtig Bewegung und Sport bereits in jungen Jahren sind für die Prävention gegen einen späteren Knochenschwund und der daraus entstehenden Gefahr von Knochenbrüchen.

 

Und erst recht ist dies der Fall, wenn man die Diagnose Osteoporose erst mal hat: Knochenstärke kann man trainieren. Durch eine gezielte Be- und Entlastung des Skeletts werden die Knochen zum Umbau, zur Neubildung und Stärkung stimuliert. Diesen Effekt, erreicht man am besten mit gewichttragenden Ausdauerübungen und muskelaufbauenden Sportarten wie Aerobic, (Slow-)Jogging oder in einem Fitnesscenter. Und übrigens: es ist nie zu spät!

Bei Arthrose wird schon lange vermutet, dass nebst Übergewicht und unfallbedingter Vorgeschichte auch Bewegungsmangel verantwortlich ist. Gelenke, die zu wenig zum Einsatz kommen, produzieren zu wenig Gelenkschmiere. Aber genau diese Gelenkflüssigkeit bringt Nährstoffe in den Gelenkknorpel und sorgt so für einen im Wortsinn reibungslosen Bewegungsablauf.

 

Hier werden eher Sportarten mit runden und weichen Bewegungsabläufen empfohlen: Schwimmen, Radfahren, Spazieren, Slow- und Aqua-Jogging und Langlauf.

 

Worauf es ankommt

  • Alle Sportarten lassen sich auch als Slow-Version ausführen. Es geht nicht um Geschwindigkeit und das Ausreizen von Grenzen, sondern um die Balance zwischen Challenge und Spass
  • Regelmässigkeit und zeitliche Kontinuität
  • Bewegungsabläufe möglichst gelenkschonend und locker ausführen, Naturböden und Rasen vor Asphalt
  • Die richtige Ausrüstung – besonders Schuhe bei Laufsportarten – ist nicht teuer, aber fundamental
  • Eine mässige Leistungssteigerung bewahrt vor Überlastungsschäden
  • Zu fast allen Sportarten gibt es passende Anfängerkurse. So können die grundlegendsten Fehler von Anbeginn vermieden werden
  • Bei Zweifel über die gewählte Sportart und die Intensität der Ausführung immer auch den Arzt konsultieren und in den Trainingsplan miteinbeziehen
  • Die ausgewogene Ernährung und das Mass bei Genussmitteln tragen auch einen grossen Teil zum Gelingen bei

Der Frühling steht vor der Tür. Also wann, wenn nicht jetzt wäre die Gelegenheit, sich und seinem Körper – mit und ohne eine Beeinträchtigung – etwas Gutes zu tun. Ziehen Sie los in die Natur, auf die Berge, ins Fitnesscenter und gehen Sie spazieren, wandern, joggen, walken, schwimmen oder radfahren. Tun Sie es mit Bedacht, auf Ihren Körper achtend, tun Sie es langsam oder mit Schwung. Aber tun Sie es!

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg dabei und eine heilsame Wirkung auf Ihren Körper und auf Ihren Geist.

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Über
Georges Althaus

Nach ausgedehnten Reisen in die Sphären der Kunst bin ich in der Welt der Ökonomie angekommen: Projekte, Marktbearbeitung, Kommunikation sind Stichworte, die mich begleiten, seit 2015 auch bei Visana im Firmenkundengeschäft. Daran glaube ich fest: es kommt auf die Menschen an – nicht auf die Institutionen. Und zudem: Zahlen, Natur und Kreativität sind keine Gegensätze, sondern ergänzen sich idealerweise zu einem Ganzen, im privaten wie im beruflichen Umfeld.

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