Sie haben eine Reihe von Massnahmen umgesetzt.

Genau, wir haben mit verschiedenen Anbietern diverse Fachschulungen angeboten, die Vorge setzten gezielt im Visana-Seminar «Gesund führen» schulen lassen und ein freiwilliges tägliches Turnangebot für die  Mitarbeitenden während der Arbeitszeit eingeführt. Ausserdem haben wir ein Wasserspendersystem eingerichtet, die Mitarbeitenden mit neuer Firmenbekleidung ausgestattet, Teamanlässe zur Förderung der  Teamgeistes organisiert und ein Bonussystem eingeführt: Wer einen Monat lang keine krankheitsbedingte Absenz hatte, kann einen halben Tag zusätzliche Ferien im folgenden Jahr beziehen, also zusätzlich bis zu sechs Ferientagen pro Jahr.

Was ist entscheidend bei der Umsetzung?

All diese Massnahmen sind keine Selbstläufer. Wir müssen permanent dranbleiben und regelmässig neue Impulse setzen, damit die Wirkung nachhaltig ist. Ausserdem muss man genügend Zeit einplanen bis die Massnahmen greifen. Man darf nicht mit der Erwartung starten, dass ein solcher Prozess innerhalb eines Jahres abgeschlossen ist und dann alles von selber läuft.

Welche Erwartungen hatte die Geschäftsleitung?

Grundsätzlich erhoffte sie sich mit der Investition in die  Mitarbeitendengesundheit eine Senkung der Absenzzahlen, schliesslich ist das ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor. Die Mitarbei tenden für
die eigenen Produkte begeistern und die Loyalität fördern waren weitere Vorgabe des Managements.

Haben Sie die Ziele erreicht?

Die Absenzzahlen im zweiten Jahr gingen um einen Fünftel zurück, das ist ein grosser Erfolg. Trotzdem muss man vorsichtig sein und nicht alleine die nackten Zahlen den Investitionen gegenüberstellen. Die Ursachen von Krankheiten und Unfälle können sehr vielfältig sein. Bei einer Grippewelle oder einer schweren Krankheit kann man einfach Pech haben, dies verfälscht die Zahlen. Aber die Zufriedenheit bei den Mitarbeitenden ist hoch, und im Branchenvergleich stehen wir gut da.

Welchen Tipp geben Sie anderen mit auf den Weg?

Sich zuerst bei Fachspezialisten informieren, bevor man allenfalls am falschen Ort beginnt. BGM kann nicht einfach von oben verordnet werden,
es muss in enger Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden angegangen werden, zum Beispiel im Rahmen eines Gesundheitszirkels. Letzten Endes
müssen die Massnahmen von den Mitarbeitenden mitgetragen werden.