Umgang mit Ohnmacht und Angst

Kein Tag ohne beängstigende Nachrichten: Nach zermürbenden zwei Jahren in der Corona-Pandemie kommt nun der Konflikt in der Ukraine hinzu. Wir sind müde, ausgelaugt, unsere mentale Gesundheit leidet. Auch wenn wir unterschiedlich auf die aktuellen Weltgeschehnisse reagieren, vereint uns alle der Wunsch nach Normalität und dass die Vernunft in allen Teilen obsiegt.

Erfahren Sie, wie man mit Gefühlen wie Ohnmacht und Angst umgehen kann, das Thema «Krieg» kindergerecht thematisiert oder wo Sie sich einfach und unkompliziert Hilfe holen können.

Expertin Dr. Noemi Brog zum Thema

Weiterführende Informationen

  • Umgang mit Ohnmacht und Angst

    Angsteinflössende Nachrichten und schockierende Bilder aus Krisengebieten rufen bei Menschen unterschiedliche Reaktionen hervor: Gefühle von Panik und Stress, Ohnmacht und Hilflosigkeit, ein übersteigerter Informationsbedarf oder soziale Isolation.

    Viele bedrohliche Ereignisse in unserer Umwelt können wir nicht beeinflussen. Dennoch stehen wir diesen Entwicklungen nicht hilflos gegenüber.

    Circle of Concern: kurz und einfach erklärt

    Tipps im Umgang mit Ohnmacht und Angst

    • In Bewegung bleiben hilft: Verfallen Sie nicht in eine «Schockstarre». Bleiben Sie aktiv, gehen Sie weiterhin Ihren Hobbies nach und bewegen Sie sich an der frischen Luft.
    • Mitgefühl anstelle von Mitleiden! Den Menschen im Kriegsgebiet ist nicht geholfen, wenn Sie auf das verzichten, was Ihnen guttut. Freuen Sie sich an positiven Dingen und konzentrieren Sie sich auf das, was Ihnen guttut.
    • Die Angst relativieren: Investieren Sie keine Energie in Dinge, die Sie nicht beeinflussen können. Fragen Sie sich kritisch: «Ist diese Bedrohung im Moment für mich real? Inwiefern bin ich direkt betroffen?»
    • Treffen Sie sich mit Freunden und Bekannten: Der Austausch mit anderen kann ablenken und entlasten. Zudem kann es helfen zu merken, dass es anderen genauso geht und man nicht allein ist. Sich zu isolieren macht Sie für Ängste empfänglicher.
    • Die Hilfslosigkeit überwinden indem Sie sich engagieren: Beteiligen Sie sich an Spendenaktionen oder unterstützen Sie soziale Aktionen, um den Menschen in den Kriegsregionen zu helfen.
    • Wichtig: Wenn Sie sich über längere Zeit belastet fühlen und Ihr Alltag beeinträchtigt ist, sollten Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt konsultieren
  • Umgang mit News und Social Media

    Die Coronakrise, der Konflikt in der Ukraine, die Klimakrise – ob im TV, den Printmedien, im Internet oder auf Social Media – schlechte Nachrichten sind zu einem stetigen Begleiter in unserem Alltag geworden. Wie gehen wir mit diesen Nachrichten um? Wie verkraften wir sie und wie können wir einen gesunden Umgang mit ihnen finden?
     

    Empfehlungen der Expertin

    Wir müssen eine bessere Medienhygiene entwickeln. Ein grosser Teil der Bevölkerung achtet auf das, was sie ihrem Körper zu essen geben. Auf der anderen Seite tut sie das beim Gehirn nicht. Dabei ist es unser sensibelstes Organ. Maren Urner, Neuwissenschaftlerin und Gründerin von «Perspective Daily»

    Tipps im Umgang mit bedrohlichen Nachrichten

    • Seien Sie wählerisch: Konzentrieren Sie sich auf einige wenige vertrauenswürdige Nachrichtenquellen und verringern Sie die Anzahl an Kanälen.
    • Kümmern Sie sich um Ihre Nachrichtenhygiene: Richten Sie Zeiten ein, in denen Sie Ihren Medienkonsum einschränken. Es kann hilfreich sein, Push-Nachrichten zu deaktivieren.
    • Schützen Sie sich: Lesen Sie bedrohliche Nachrichten achtsam und mit einer sinnvollen emotionalen Distanz. Seien Sie individuellen Wortmeldungen in Foren gegenüber oder bei Kommentaren sehr kritisch.
    • Für jede schlechte Nachricht ein guter Gedanke: erinnern Sie sich daran, dass die Welt nicht nur aus schlechten Nachrichten besteht. Es gibt immer noch sehr viel Positives um Sie herum.
    • Tauschen Sie sich mit anderen Menschen darüber aus, was Ihnen Sorgen bereitet.
  • Mit Kindern über das Weltgeschehen sprechen

    Der Konflikt in der Ukraine tobt nun schon seit geraumer Zeit und es scheint nicht, dass er bald ein Ende findet. Auch Kinder können beunruhigt sein aufgrund aufwühlender Bilder und Meldungen im Fernsehen oder Radio. Die Nachrichten über den Krieg können Ängste schüren oder vorhandene Ängste grösser werden lassen und Kinder noch mehr verunsichern. Doch wie sprechen wir mit Kindern über die aktuellen Ereignisse?

    Hilfreiche Informationen für Eltern

    Tipps für die Kommunikation mit Kindern über das aktuelle Weltgeschehen

    • Schützen Sie junge Kinder (insbesondere unter 7 Jahren) vor angsteinflössenden Medieninhalten. Versuchen Sie, Nachrichten, die für Erwachsene bestimmt sind, nicht im Beisein Ihrer Kinder anzuhören oder anzusehen.
    • Erklären Sie, wonach Ihr Kind fragt (siehe konkrete Antwortmöglichkeiten im Link zu Superheldenkids.de) und fragen Sie nach: «Was weisst du darüber? Was hast du darüber gehört?»
    • Nehmen Sie die Gefühle des Kindes ernst.
    • Reden Sie die Situation nicht klein: «Das ist doch alles nicht so schlimm.»
    • Vermitteln Sie emotionale Sicherheit mit Aussagen wie «Ich bin für dich da, ich nehme dich ernst und höre dir zu.»

    Quelle: https://www.superheldenkids.de/blog/wie-spreche-ich-mit-kindern-ueber-krieg

  • Hier finden Sie Anlaufstellen

    Der Umgang mit Gefühlen wie Ohnmacht und Angst ist für uns Menschen nicht einfach. Belastet Sie oder eine Person, die Sie kennen, das aktuelle Weltgeschehen und benötigen Sie Hilfe oder möchten Sie selber helfen?

    Wir haben für Sie eine Liste mit einigen Links zu Anlaufstellen zusammengestellt, welche Ihnen je nach Situation und Lage professionell weiterhelfen können.

    Wo gibt es Unterstützung?

    Angst ist an sich nicht gefährlich für die Gesundheit, sie kann aber psychisch belastend sein, wenn sie überhandnimmt, zu stark ist oder zu lange anhält.
     

    Mit jemandem über seine Ängste und Sorgen zu sprechen, kann entlastend sein. Dafür gibt es beispielsweise Anlaufstellen wie «Die Dargebotene Hand». Frau Dr. Noemi Brog, Psychologin Universität Bern.