Das Krankenversicherungssystem der Schweiz

Wer ist obligatorisch krankenversichert?

Die obligatorische Krankenpflegeversicherung – auch Grundversicherung genannt – ist für alle Personen verpflichtend, die mehr als drei Monate in der Schweiz wohnhaft sind. Jedes Familienmitglied, Erwachsene wie Kinder, ist individuell versichert. Sie müssen sich und Ihre Familie innerhalb von drei Monaten bei einer Krankenkasse versichern lassen. Die gleiche Frist gilt für Eltern, die ihr neugeborenes Kind einer Krankenversicherung anmelden möchten. Am besten machen Sie die Anmeldung noch vor der Geburt.

Die obligatorische Krankenpflegeversicherung unterliegt dem Krankenversicherungsgesetz KVG.

Wo kann ich mich versichern lassen?

Jede in der Schweiz wohnhafte Person kann frei unter den Versicherern mit obligatorischer Krankenversicherung wählen. Derzeit gibt es rund 60 Anbieter, die grösstenteils schweizweit aktiv sind. Visana gehört zu den grössten Anbietern. Etwa sieben Prozent der Schweizer Bevölkerung vertraut auf die Servicequalität von Visana.

Welche Leistungen erbringt die Grundversicherung?

Die Leistungen der Grundversicherung sind identisch − unabhängig von der gewählten Krankenkasse. Der Leistungskatalog wird von der zuständigen Bundesbehörde, dem Bundesamt für Gesundheit (BAG), veröffentlicht. Er enthält die wichtigsten Grundleistungen aus den Bereichen medizinische Behandlungen, Mittel- und Gegenstände sowie Analysen, Arzneimittel und Spezialitäten.

Reichen die Leistungen aus der Grundversicherung aus?

Die obligatorische Krankenversicherung deckt die wichtigsten Grundbedürfnisse für medizinische Behandlungen ab. Für weitergehende Bedürfnisse, wie bspw. Leistungen an Brillen und Zahnspangen oder für Privatsphäre und Chefarztbehandlung im Spital ist der Abschluss einer Zusatzversicherung zu empfehlen.

Was kostet die Grundversicherung?

Die Prämie für die obligatorische Krankenpflegeversicherung variiert von Anbieter zu Anbieter. In jedem Fall aber richtet sie sich nach Ihrem Alter und Ihrem Wohnort. Die Höhe Ihres Einkommens wird nicht berücksichtigt. Die Prämien in urbanen Gebieten sind aufgrund des höheren Kostenniveaus tendenziell höher als in ländlichen Gebieten. Mit Hilfe unseres Prämienrechners können Sie in wenigen Schritten die Prämie für Sie und Ihre Familie berechnen.

Kann ich die Höhe meiner Prämie beeinflussen?

Ja, das ist möglich. Beispielsweise mit der Wahl eines Versicherungsmodells mit höherer Eigenverantwortung oder mit einer höheren Kostenbeteiligung. Hier finden Sie zahlreiche Spartipps.

Die Unfallversicherung

Wer ist obligatorisch unfallversichert?

In der Schweiz wird unterschieden zwischen Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten. Sofern Sie während mindestens 8 Stunden pro Woche beim selben Arbeitgeber beschäftigt sind, dann sind Sie automatisch und vollumfänglich über den Unfallversicherer des Arbeitgebers versichert. Die Deckung richtet sich nach dem Unfallversicherungsgesetz UVG.

Falls Sie nicht arbeitstätig sind oder Ihr Arbeitspensum weniger als 8 Stunden pro Woche beträgt, dann sind Sie lediglich gegen Unfälle versichert, die während Ihrer Arbeitszeit und auf dem Arbeitsweg geschehen. Sie können diese Lücke füllen und sich durch Einschluss der Unfalldeckung bei Ihrem obligatorischen Krankenversicherer gegen Nichtberufsunfälle versichern.

Was kostet die Unfallversicherung?

Die Prämien für Berufsunfälle und -krankheiten müssen vom Arbeitgeber übernommen werden. Die Prämien für Nichtberufsunfälle müssen grundsätzlich die Arbeitnehmer tragen. Der Arbeitgeber bezahlt den gesamten Prämienbetrag und zieht den Anteil des Angestellten von dessen Lohn ab. Die Prämienhöhe variiert je nach der vom Arbeitgeber gewählten Versicherungsgesellschaft.

Falls Sie die Unfalldeckung in Ihrer obligatorischen Krankenversicherung einschliessen, so erhöht sich entsprechend die Prämie für die Grundversicherung.

Gut zu wissen

In der Schweiz sind sowohl die Kranken- wie auch die Unfallversicherung obligatorisch. Vergessen Sie nicht Ihre Deckung regelmässig Ihrer neuen Lebenssituation anzupassen. Zum Beispiel können Sie nach einem Stellenantritt die Unfalldeckung aus der Krankenversicherung ausschliessen.