Prämie berechnen

Erläuterungen zu den Prämien 2017

«Warum steigen meine Prämien?» Mit dieser Frage werden wir immer wieder zu recht konfrontiert. Was der medizinische Fortschritt zur Prämienerhöhung beiträgt und weshalb es nicht "die" Prämie gibt, erklärt Roland Lüthi, Leiter Privatkundengeschäft.

Die Prämie – eine komplexe Schätzung

Die Prämienberechnung ist im Grunde ein möglichst exakter Blick in die Zukunft. Wir Versicherer erstellen aufgrund der gesetzlich vorgegebenen Eingabefristen eine Prognose, die auf folgenden Faktoren beruht: erbrachte Versicherungsleistungen des Vorjahres, eine Hochrechnung der zu erwartenden Leistungen im laufenden Jahr sowie die geschätzten Einnahmen und Ausgaben für das Folgejahr. Ergänzt werden diese Annahmen mit den erwarteten Risikoausgleichszahlungen und den prognostizierten Kapitalanlageerträgen. Eine untergeordnete Rolle spielen die notwendigen und vorhandenen Reserven und Rückstellungen, da die zu genehmigenden Prämien kostendeckend sein müssen.

Weshalb steigen die Prämien der Krankenversicherer auch im Jahr 2017?

Es ist ein offenes Geheimnis, dass der kontinuierliche Anstieg der Gesundheitskosten zwangsläufig zu höheren Prämien führt. Der Hauptkostentreiber ist dabei der medizinisch-technische Fortschritt, der vielen Menschen ein langes Leben bei relativ guter Gesundheit ermöglicht. Die Überlebenschancen bei chronischen Krankheiten wie Diabetes, nach einem Schlaganfall oder bei einzelnen Krebsarten sind heute wesentlich höher als noch vor ein paar Jahren, erfordern aber dauerhafte und kostenintensive Behandlungen. Viele Behandlungen können inzwischen ambulant durchgeführt werden. Doch kaum jemand weiss, dass sich die Verlagerung vom stationären in den ambulanten Bereich unmittelbar auf die Prämien auswirkt. Denn bei stationären Spitalaufenthalten trägt der Kanton die Hälfte der Kosten. Bei ambulanten Behandlungen werden aber 100 Prozent der Kosten von der Krankenkasse getragen.

Genauso kostentreibend wirkt das Anspruchsdenken der Bevölkerung: Immer mehr Menschen konsumieren immer teurere Leistungen. An dieser Stelle muss an die Eigenverantwortung jedes Einzelnen appelliert werden.

Sind die hohen administrativen Kosten der Versicherer Schuld an den steigenden Grundversicherungsprämien?

Ganz klar Nein! Das ist ein Vorurteil, das sich leider hartnäckig hält. Tatsächlich weist die Visana-Gruppe weniger als 4 Prozent Verwaltungskosten auf – damit liegen wir tiefer als andere Sozialversicherungen. Die restlichen Prämieneinnahmen werden für Leistungen aufgewendet und kommen so direkt den Versicherten zugute. Mit Massnahmen wie einem effizienten Mitteleinsatz, harten Tarifverhandlungen oder strikten Rechnungskontrollen setzt Visana alles daran, die Prämienbelastung möglichst tief zu halten. Wir bieten Ihnen den bestmöglichen Service für Ihr Geld.

Weshalb unterscheiden sich die Prämien jedes einzelnen Versicherungsnehmers?

Die gewählte Franchise, das Versicherungsmodell – zum Beispiel freie Arztwahl, Hausarztmodell, Managed Care, Telemedizin etc. – der Wohnort oder die Altersgruppe führen dazu, dass sich die Prämien von Kanton zu Kanton und von Kasse zu Kasse unterscheiden.

Zudem hat jeder Krankenversicherer eine andere Versichertenstruktur. Je nachdem, ob ein Versicherer eine gute oder eine schlechte Versichertenstruktur hat, bezahlt oder empfängt er Geld aus dem Risikoausgleich. Diese kumulierten Faktoren führen letztlich dazu, dass es nicht „die“ Prämie gibt.

Warum werden immer höhere Prämien genehmigt?

Ziel der Prämiengenehmigung durch die Aufsichtsbehörden ist es zu überprüfen, ob die eingereichten Prämien im Verhältnis zu den Kosten des Versicherers angemessen sind. Die Aufsichtsbehörden setzen dabei die gesetzlichen Bestimmungen zur Prämienfestsetzung und zu Prämienermässigungen rigoros durch. Wichtig zu wissen ist, dass die Prämienhoheit zwar beim Versicherer liegt, doch unser Handlungsspielraum aufgrund der behördlichen Regulierungen stark eingeschränkt ist.

Wie verhält es sich bei den Zusatzversicherungen?

Im Grunde genommen gleich wie bei der Grundversicherung. Wenn mehr Leistungen bezogen als Einnahmen generiert werden, müssen wir die Tarife anheben. Sind die Produkte hingegen profitabel, müssen die Prämien belassen oder sogar gesenkt werden.

Visana zählt seit Jahren zu den Versicherern mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Das VZ Vermögens-Zentrum verleiht uns für unsere ambulanten Versicherungszusätze regelmässig das Prädikat „überdurchschnittlich gut“.

Das ändert sich ab 1. Januar 2017

Für das Jahr 2017 ergeben sich vereinzelt Änderungen bei Ihrer Krankenversicherung.

Rabattänderungen bei Kollektivverträgen

Aufgrund der Vorgaben der Aufsichtsbehörde dürfen Rabatte im Rahmen von sogenannten Kollektivverträgen nur mehr gegeben werden, wenn das in einem solchen Vertrag versicherte Kollektiv kostengünstiger ist als die Einzelversicherten. Dabei werden die Rabatte pro Produkt berechnet. Kann der Rabatt nachgewiesen werden, profitiert das versicherte Kollektiv wie bisher oder sogar mehr. Wenn der Rabatt nicht nachgewiesen werden kann, muss er per 1.1.2017 reduziert werden (bis 0%).

Termine Rechnungszustellung zum Jahreswechsel

Der Versand der Prämienrechnungen für den Januar 2017 erfolgt ab Mitte Dezember 2016. Die letzten Rechnungen werden um den Jahreswechsel bei Ihnen sein. Diese Rechnungen sind per xx. Januar 2017 zu begleichen (am gleichen Tag erfolgt die Belastung im Falle von LSV/DD). Die exakte Fälligkeit der ersten Prämienrechnung 2017 wird auf der Prämienrechnung aufgedruckt sein.

Zahlungsrhythmus bei ¼-jährlicher Prämienzahlung

Versicherte mit ¼-jährlichem Zahlungsrhythmus haben die Prämien ab 2017 am 1. des Quartals zu zahlen. Bisher war die Fälligkeit am 1. des zweiten Monats im Quartal.

Prämienzuschlag für Krankheitsverhütung

Das Krankenversicherungsgesetz (KVG) verpflichtet die Krankenversicherer, bei ihren grundversicherten Kundinnen und Kunden, unabhängig vom Alter, eine Abgabe von 2.40 Franken zur Förderung der Gesundheit einzuziehen. Der Bundesrat hat beschlossen, den bisherigen Prämienzuschlag von 2.40 Franken pro versicherte Person in zwei Schritten zu erhöhen: Per Januar 2017 steigt er auf 3.60 Franken, im 2018 auf 4.80 Franken. Sie finden deshalb auf Ihrer Police den Hinweis «Prämie obligatorische Krankenpflegeversicherung: inklusive gesetzlichem Gesundheitsförderungsbeitrag».

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