Bundesrat Didier Burkhalter will Kosten senken

Bern, 10.12.2010 Nachdem das Parlament im vergangenen Herbst überraschend ein Massnahmenpaket ablehnte, hat der Bundesrat nun in Eigenregie eine Reihe von Kostensenkungsmassnahmen per 1. Januar 2011 beschlossen.

Spitalbeitrag wird erhöht

Die obligatorische Krankenpflegeversicherung (Grundversicherung) übernimmt bei einem Spitalaufenthalt nicht nur die Behandlungskosten, sondern auch die Kosten für Unterkunft und Verpflegung. Da die Versicherten während eines Spitalaufenthalts Verpflegungskosten einsparen können, sind sie gemäss dem Krankenversicherungsgesetz dazu verpflichtet, sich an diesen Kosten zu beteiligen. Bisher betrug der Beitrag an die Spitalkosten 10 Franken pro versicherte Person und Tag.

Der Bundesrat hat beschlossen, den Beitrag an die Spitalkosten auf 15 Franken zu erhöhen. Beitragspflichtig sind alle Erwachsenen (ab 26 Jahre). Kinder und junge Erwachsene bis 25 Jahre zahlen keinen Spitalbeitrag, solange sie noch in Ausbildung sind. Diese Verordnungsänderung wird die Kosten zulasten der Grundversicherung um rund 115 Millionen Franken im Jahr reduzieren

Beiträge für Brillen aus Grundversicherung gestrichen

Der Beitrag der obligatorischen Krankenpflegeversicherung an Brillen und Kontaktlinsen wird gestrichen (heute werden pro Kind pro Jahr 180 Franken ausgerichtet, während Erwachsene alle fünf Jahre diesen Beitrag erhalten). Mit dieser Massnahme will der Bundesrat 40 Millionen jährlich einsparen.

Dieser Entscheid hat auf die in den Zusatzversicherungen enthaltenen Leistungen für Brillen und Kontaktlinsen keinen Einfluss.

Weitere Sparmassnahmen

Der Bundesrat hat ausserdem eine Reihe von Höchstvergütungsbeiträgen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung gesenkt. So gelten künftig zum Beispiel tiefere Höchstbeträge für Blutzucker-Messgeräte und Inkontinezprodukte.

Im Bereich der Medikamente kündigte Burkhalter für das kommende Jahr weitere Einsparungen im Umfang von über 100 Millionen Franken an. Zudem werden in den nächsten Jahren verschiedene Medikamente ihren Patentschutz verlieren und so durch preisgünstigere Generika ersetzt werden können.

Neue Leistungen in der Grundversicherung

Neu übernimmt die obligatorische Krankenpflegeversicherung generell die Impfung der Mädchen im Schulalter gegen Humane Papillomaviren (HPV). Für 20- bis 26-jährige Frauen wird die Impfung bis auf Weiteres ohne Franchise vergütet.

Zukünftig vergütet die obligatorische Krankenpflegeversicherung Magenband- und Magenbypass-Operationen bei Personen mit einem Body Mass Index (BMI) von über 35. Bisher war ein BMI von über 40 notwendig. Vor einem Eingriff muss die Patientin oder der Patient jedoch während zwei Jahren erfolglos eine nicht-chirurgische Therapie absolviert haben.

Visana - Krankenversicherung

Die Visana-Gruppe gehört zu den führenden schweizerischen Kranken- und Unfallversicherern. Sie bietet die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) nach Krankenversicherungsgesetz (KVG), Zusatz- und Sachversicherungen nach Versicherungsvertragsgesetz (VVG) und Unfallversicherungen nach Unfallversicherungsgesetz (UVG) an. Visana versichert Privatkunden (Einzelpersonen und Familien) und Firmenkunden (Unternehmen, Institutionen und Verbände). Für Letztere bietet sie Lohnausfall- und Unfallversicherungen an. Insgesamt zählt die Visana-Gruppe über 1,1 Millionen Versicherte. Davon sind 567‘000 Personen bei Visana grundversichert. Am Hauptsitz in Bern und in rund 120 Aussenstellen in der ganzen Schweiz beschäftigt die Visana-Gruppe rund 1300 Mitarbeitende. Das Prämienvolumen beträgt rund 3,1 Milliarden Franken.

David Müller

Leiter Unternehmenskommunikation Direktwahl: 031 357 93 31 Mobile: 076 495 74 91