Medizinische Grundversorgung

Bern, 19.05.2014 Der Bundesbeschluss über die medizinische Grundversorgung (direkter Gegenentwurf zur Volksinitiative "Ja zur Hausarztmedizin"), ist in der eidgenössischen Volksabstimmung vom 18. Mai 2014 von allen Ständen und 88 Prozent der Stimmenden massiv gutgeheissen worden.

Der Beschluss verpflichtet Bund und Kantone, für eine ausreichende, allen zugängliche medizinische Grundversorgung von hoher Qualität zu sorgen.

Da der Bundesrat eine Sonderposition der Hausärzte in der Verfassung ablehnt, hat er sich im Oktober 2010 für einen direkten Gegenentwurf zur Volksinitiative auf Verfassungsstufe entschieden. Anstatt der Hausarztmedizin stellt er die medizinische Grundversorgung ins Zentrum, die auch weitere ärztliche und nicht-ärztliche Gesundheitsfachpersonen einschliesst. Bund und Kantone haben sich dabei in gegenseitiger Koordination für die Sicherstellung und Weiterentwicklung einer allen zugänglichen sowie qualitativ hochstehenden medizinischen Grundversorgung einzusetzen. Im Mittelpunkt stehen die Bereiche medizinische Berufe, Bildung und Forschung sowie die finanzielle Abgeltung der hausärztlichen Leistungen (z.B. Labortarife). Die Besserstellung der Grundversorger mit 200 Mio. Franken soll durch eine kostenneutrale Teilanpassung des Tarmed zulasten gewisser Spezialärzte und Spitäler sichergestellt werden. Die Tarmed-Anpassung soll anfangs August 2014 in Kraft treten.

Position Visana zum Bundesbeschluss

Der Bundesbeschluss zielt viel eher als die Volksinitiative „Ja zur Hausarztmedizin“ in die von Visana geforderte Richtung. Indem nicht nur der Hausarzt, sondern die medizinische Grundversorgung als Gesamtes in der Verfassung verankert werden soll, wird auch anderen Berufsgruppen der Grundversorgung ihren berechtigten Platz zugestanden. Auch mit der Absicht, in der Aus- und Weiterbildung Verantwortung zu übernehmen, signalisiert der Bund Bereitschaft, die Grundversorgung zu stärken. Gekoppelt wird dies mit der Forderung nach einer hohen Qualität, die einerseits auf einem ausreichenden Leistungsangebot, anderseits auf der Erbringung von Leistungen in gegenseitiger Abstimmung und Vernetzung der jeweiligen Fachpersonen beruht. Damit wird eine integrierte Versorgung angestrebt – eine Absicht, die Visana mit ihrem Gatekeeper-Modell schon seit längerem verfolgt.