Stephan Fischer / 10.07.2019

Falsch abgerechnet, was nun?

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser – auch bei Rechnungen von Ärzten, Therapeutinnen und Spitälern. Wo gearbeitet wird, passieren Fehler. Nur selten steckt böse Absicht dahinter. Weil es aber um stattliche Beträge geht, lohnt es sich, die Abrechnungen unter die Lupe zu nehmen.

Kontrolliert ihr die Arzt- und Spitalrechnungen jedes Mal? Prüft ihr, ob euch Behandlungen oder Medikamente verrechnet wurden, die ihr auch wirklich erhalten habt? Mein Tipp: Tut es beim nächsten Mal. Vielleicht stosst ihr auf Positionen, die euch stutzig machen oder die ihr nicht nachvollziehen könnt.

Verlangt eine Rechnungskopie

Natürlich könnt ihr Rechnungen nur kontrollieren, wenn ihr sie auch erhaltet. Das tönt banal, ist aber nicht immer der Fall. Und dies, obwohl in Artikel 42 des Krankenversicherungsgesetzes unmissverständlich steht, dass Patienten ein Anrecht auf eine detaillierte und verständliche Rechnung haben. Falls die Rechnung direkt zur Krankenversicherung geht, müsstet ihr stets eine Kopie bekommen. Manchmal geht die aber vergessen. Dann fordert ihr einfach beim Arzt oder Spital eine Kopie an.

Was tun bei falschen Rechnungen?

Wenn euch an den Rechnungen eines Spitals, Arztes oder Therapeuten etwas merkwürdig vorkommt, dann geht folgendermassen vor:

 

  1. Studiert die Rechnung sorgfältig. Stimmen die Behandlungsdauer und der Behandlungsgrund? Habt ihr die verrechneten Medikamente wirklich erhalten? Gibt es Punkte auf der Rechnung, die ihr nicht versteht und nicht nachvollziehen könnt?
  2. Macht den Arzt (die Therapeutin, das Spital) auf die fraglichen Punkte aufmerksam. Meist handelt es sich bloss um ein Versehen und keine Absicht. Verlangt schriftlich oder per Telefon eine korrigierte Rechnung.
  3. Meldet euch bei uns via Online-Kontaktformular auf www.visana.ch, falls ein Arzt, eine Therapeutin oder ein Spital die Rechnung nicht korrigieren will. Lasst uns Hinweise zu fehlerhaften oder überhöhten Rechnungen zukommen. Wir gehen euren Hinweisen nach. Damit helft ihr, Kosten im Gesundheitswesen zu sparen. Das wirkt sich positiv auf die künftige Prämienentwicklung bei uns allen aus und entlastet unsere Portemonnaies.

Das tut Visana

8,3 Millionen Belege – so viele haben wir im vergangenen Jahr kontrolliert. Die Rechnungen von Ärztinnen, Therapeuten und Spitäler summierten sich 2018 auf rund 3,6 Milliarden Franken. Wir haben insgesamt 3,1 Milliarden Franken abgerechnet und ausbezahlt – das sind 12,4 Millionen Franken täglich. Die Differenz von 501 Millionen Franken wurde dank unserer Leistungskontrolle als «nicht auszahlungsberechtigte Forderungen» erkannt und nicht vergütet. Diese konsequente Leistungskontrolle (das tun alle Krankenversicherer) nützt uns Versicherten, indem sie den Prämienanstieg um den entsprechenden Betrag bremst. Helft also mit bei der Kontrolle, es lohnt sich!

Über
Stephan Fischer

Seit 2007 arbeite ich als Redaktor in der Unternehmenskommunikation von Visana. Seitdem verstehe ich endlich, wie unser komplexes Gesundheitswesen funktioniert – mehr oder weniger. Als vielseitig interessierten Sportler und Leichtathletiktrainer beschäftigen mich Themen wie Prävention, Sportverletzungen oder Regeneration natürlich hautnah. Aber auch Umweltthemen und Naturwissenschaften gehören zu meinen journalistischen Lieblingsmotiven.

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